Energieberichte
der Büros Hoppe und Pflumm für kommunale Wohn- und Nichtwohngebäude

 

Antworten auf unsere Fragen
(vom Büro Hoppe; formuliert in eigenen Worten)

26.Juni 2006

Verständnisproblem:

1.     Von den 15 untersuchten Gebäuden erhalten 9 die Beurteilung „energetisch in einem sehr schlechten Zustand“. Dennoch errechnen sich bei den vorgeschlagenen Sanierungsmaßnahmen nur Energieeinsparungen zwischen 8% und 35%. Dem gegenüber liegen die Energieeinsparungen bei den untersuchten Wohngebäuden zwischen 48% und 91%. Welchen Grund gibt es für diese Diskrepanz?

Antwort:
An den Nichtwohngebäuden wurden energetische Einzelmaßnahmen untersucht, an den Wohngebäuden Maßnahmenpakete. Die Energieeinsparungen von energetischen Einzelmaßnahmen liegen i.d.R. bei den o.g. Größen. Bei einem Gebäude mit energetisch gleichartigen (schlechten) Bau-flächen, die 25% des Baukörpers ausmachen, kann auch nur maximal diese Größenordnung Energie eingespart werden.

Außerdem beziehen sich Kennwerte bei Nicht-Wohngebäuden auf die Nettogrundfläche, während bei den Wohngebäuden die aus dem Volumen generierte Gebäudenutzfläche maßgebend ist.

2.     Auch amortisieren sich nur wenige Maßnahmen so schnell, dass sie als kurz- oder mittelfristige Maßnahmenempfehlungen eingestuft werden.

Antwort:
Die Verwaltung hat eine Kostenprognose beauftragt, die die Sowieso-Kosten mit einschließt! Bei Instandhaltungsmaßnahmen an einem Bauteil greift die EnEV, was heißt, dass eine energetische Sanierung durchgeführt werden muss (Wirtschaftlichkeitsvermutung)!!

3.     In zwei Fällen ist gar bei „Empfehlungen zur kostengünstigen Modernisierung“ „sind nicht möglich“ angekreuzt, obwohl das Gebäude sich „energetisch in einem sehr schlechten Zustand“ befindet (Bsp. Hublandschule). Die Maßnahmenempfehlungen amortisieren sich in diesen beiden Fällen nicht innerhalb von 30 Jahren bei angenommenen (Gas-)Preisentwicklungen von +6% und +8%. Dies erschließt uns nicht so ohne weiteres.

Antwort:
Die energetische Bewertung erfolgt auf der Grundlage des Bedarfs. Die Wirtschaftlichkeitsberechnung jedoch basiert auf den Verbrauchszahlen. Wo wenig verbraucht wird, kann auch nur wenig eingespart werden.

 

Fragen zu Primärenergie, Lüftungsanlagen, Aushang, KiGa Linsenhofstr., Varianten:

a.     Warum ist die Primärenergie in der Spalte Heizung auf der Seite 2 des Energieaus-weises manchmal (z.B. KiGa Hauffstr., Rathaus) geringer als die Endenergie?

Antwort:
Die Antwort habe ich leider nicht ganz verstanden; es hängt damit zusammen, dass bei Nicht-Wohngebäuden mit einer anderen DIN gerechnet wird und diese die Endenergie auf den Brennwert und die Primärenergie auf den Heizwert bezieht (außer bei Strom und Fernwärme).

b.     Woran liegt es, wenn eine Lüftungsanlage vorliegt, aber kein Energieverbrauch in der Spalte Lüftung auftaucht (Bsp. Feuerwehrhaus)?

Antwort:
Energieverbrauch als zu gering zu vernachlässigen.

c.      Und umgekehrt keine Lüftungsanlage angegeben wird, aber Stromverbrauch in der Spalte Lüftung (Bsp. Hublandhalle)?

Antwort:
Hätte angekreuzt werden können, spielt aber keine wesentliche Rolle und hat schon gar keinen Einfluss auf den Energieverbrauch.

d.    Für die untersuchten Gebäude gilt: Wenn eine Lüftungsanlage besteht, dann ohne        Wärmerückgewinnung. Ist eine entsprechende Nachrüstung generell sinnvoll / zu teuer / technisch schwierig / …? Oder kann hier nur im Einzelfall eine Aussage getroffen werden und könnten Sie eine treffen?

Antwort:
Lohnt sich nur nachdem bautechnische und anlagentechnische Maß-nahmen ausgereizt sind und ein Luftdichtigkeitskonzept vorliegt und wenn ohnehin eine Innensanierung angestrebt wird. Das alles muss im Einzelfall betrachtet werden.

e.     Ist es richtig, dass ein Aushang des Energieausweises erst ab einer Gebäudegröße von 1.000 m² Nettogrundfläche vorgeschrieben ist?

Antwort:
Ja und wenn das Gebäude viel besucht wird und das Merkmal öffentlicher Dienstleistungsgebäude besitzt; und: erst ab 01.Juli 2009

f.     Sollte nach Ihrer Erfahrung dennoch auch in den anderen Fällen ein Aushang des Energieausweises empfohlen werden oder ist dies rechtlich gar nicht möglich?

Antwort:
klare Empfehlung und er wird über Anfrage Aushang bereitstellen. Rechtlich eindeutig möglich, ist Entscheidung der Vertreter vor Ort!

g.       Im Fall des Kindergartens Linsenhof liegt laut Tabelle Anlage 2 zur Sitzungsvorlage 2008/055.1 der Ist-Wert bei weitem nicht unter dem Soll-Wert. Warum gibt es dennoch keine Empfehlungen zur energetischen Sanierung?

Antwort:
Energieberatung für Gebäudeteil nicht sinnvoll, Eigentümer wünschte Gesamtkonzept nicht.

h.       Bei nicht auf einander abgestimmten Einzelmaßnahmen kann z.B. Schimmel entstehen. Kann, muss nicht. Lüften!! Wie kann mit den Empfehlungen umgegangen werden?

Antwort:
Schwer zu sagen, es gibt Vor- und Nachteile in beiden Fällen (bei Umsetzung von Einzelmaßnahmen und von Gesamtkonzept).

 

Fragen zu Auswirkungen bereits begonnener Maßnahmen:

i.        Die Gemeinde nimmt gerade die Dämmung des Flachdaches der Hublandhalle vor. Wäre da die Durchführung der anderen von Ihnen im Energiebericht zur Hublandhalle genannten Maßnahmen vordringlich zu empfehlen?

Antwort:
Die Außenwanddämmung ist schon mit eingeplant, es spricht mittelfristig nichts dagegen.

j.       Ebenso werden und wurden im Schulgebäude Schloss-Schule die Fenster erneuert. Was in Ihrem Bericht ja auch positiv zu Buche schlägt. Sind nachteilige Entwicklungen zu befürchten, wenn eine Außenwanddämmung nicht vorgenommen wird?

Antwort:
Gefahr der Schimmelpilzbildung wird als gering angesehen, es wird aber keine „Garantie“ abgegeben! Man könnte Langzeit-Feuchtemessungen durchführen.

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