Stellungnahme zur Erneuerung von Parkplätzen und Gehweg am Haldenplatz, Vorlage Nrn. 2013/103 und 2013/103.1, Varianten 1, 2 und 1a

Wir mussten in der Vergangenheit Bäume fällen lassen, weil sie auf einer Leitung standen, oder weil sie Räume zu stark verschatteten. Bürger fällen Bäume, die ihnen gar nicht gehören, weil sie eben stören. In unseren Augen ist es nun dringend an der Zeit, einmal für die Bäume zu planen.

Aber das wurde leider nicht gemacht. Warum z. B. wurde nicht in Betracht gezogen, den Weg in Richtung Halden­platz zu verlegen, statt in Richtung Straße, was zur Folge hat, dass der Planer uns nicht zusichern kann, dass die Linden die Umbauarbeiten überstehen werden? Neben dem jetzigen – zugegebenermaßen sehr holprigen – Weg ist der Rasen nicht uneben. Vielleicht finden die Wurzeln der Linden dort ausreichend Platz, um nicht nach oben ausweichen zu müssen. Vielleicht könnte dort ein Weg erstellt werden, dessen Asphalt nicht durch Wurzeln zerstört wird. Und vielleicht gibt es eine Ausgestaltung für den Bereich dazwischen (zwischen einem neuen Weg und den Stellplätzen), die eine saubere Überwegung erlaubt, ohne die Wurzeln zu stören (Schotter?). Diese Fragen sind nicht ausreichend untersucht worden.

Auch liegt das Rosenbeet, welches in keiner Weise mehr diesen Namen verdient (Es handelt sich statt Rosen mit Dornen nur mehr um verdorrte Rosen.), nicht im Kreuzungs­bereich. Gegenüber liegen Häuser. Es ist uns nicht erklärlich, warum nicht diese Fläche genutzt werden sollte, um zusätzliche Stellplätze anzulegen.

Wir beantragen daher, eine Überarbeitung der Planung. Wir möchten eine Lösung sehen, die wirklich den Erhalt der Linden zum Ziel hat – aller sechs Linden!

Wer noch Argumente „pro Baum“ braucht:

  • Die Linde war bereits vor der Eiszeit in Europa heimisch und kam auch danach in unseren Wäldern vor. Leider wurde sie in den vergangenen Jahrhunderten in den Wäldern gezielt zugunsten der Buche ausgemerzt, wodurch die Waldlinde sehr selten geworden und örtlich sogar völlig verschwunden ist.
  • Die Sommer-Linde war 1991 Baum des Jahres.
  • Aufgrund des hohen Zuckergehalts des Nektars stellen Linden eine sehr gute Bienenweide dar.
  • Linden können sehr alt werden, bis zu 1.000 Jahre. Sie fangen uns in diesen Jahren eine Menge CO2 ein und speichern es in Form von Kohlenstoff. Je älter ein Baum ist, umso mehr CO2 hat er umgewandelt.
  • Diese Linden können nichts dafür, dass sie vor 40 oder 50 Jahren sozusagen „falsch“ gepflanzt wurden. Und wer kann uns versichern, dass Menschen in 200 Jahren immer noch der Meinung sein werden, die jetzt geplanten Linden seien „richtig“ gepflanzt?
  • Diese Linden stehen nun dort seit Jahrzehnten in einer Symbiose mit den Stell­plätzen. Das ist nicht ideal, aber es hat sich durchaus bewährt. Unser Ziel sollte es sein, diese Symbiose fortzusetzen, statt sie zu zerstören.

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