Haushalt 2012

Antrag Energie- und Klimaschutz-Konzept für die Gemeinde Gomaringen

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Schmiderer,

 

die Gemeinderatsfraktion der Grünen Liste Gomaringen beantragt, einen Betrag von 25.000 Euro im Haushalt 2012 für die Erstellung eines Energie- und Klimaschutz-Konzeptes vorzusehen.

Die Mittel sind aus der geplanten Zuführung zum Vermögenshaushalt UA 9100 8600 zu entnehmen.

 

Begründung:

Wir beziehen uns auf unseren Antrag aus dem Jahr 2008, der sich auf die Erstellung von
Energie-Ausweisen für die Gebäude der Gemeinde Gomaringen bezog. Die Energie-Ausweise liegen längst vor, sie enthalten Vorschläge zur energetischen Sanierung der Gebäude, doch bisher ist nur wenig geschehen. Die Fenster der Schloss-Schule werden jetzt endlich vollends erneuert, an der Hublandhalle wurden bei der Sanierung des Daches energetische Verbesserungen vorgenommen und einige Straßenlampen wurden auf energiesparende LEDs umgerüstet. Dabei kann es nicht bleiben. 

 

Wir haben in der Schloss-Schule eine Heizung, die längst ausgetauscht gehört, sie ist wohl nur noch in Betrieb, weil der Bezirks-Schornsteinfeger großzügig ist. Bei der Übernahme der Konzession für die elektrischen Leitungen in Gomaringen hat die Fair-Energie Reutlingen zugesagt, für Schloss-Schule und Hublandschule zusammen mit der Verwaltung ein Konzept zur Erneuerung der Heizungen (vorzugsweise durch je ein Blockheizkraftwerk) auszuarbeiten. Davon wurde bisher noch kein Gebrauch gemacht. Nun stehen mit der Sanierung der Buckschen (oder Schloss-)Scheune und des ehemals Kindlerschen Gebäudes Bahnhofstraße 8  weitere Projekte an, die Entscheidungen im energetischen Bereich vom Gemeinderat erfordern.

Klimaschutz muss auch weiterhin unser Ziel sein und erfordert die Reduzierung der Kohlendioxidemissionen.

 

Um dies nicht planlos anzugehen, befürworten wir die Erstellung eines systematischen Konzepts in Zusammenarbeit mit erfahrenen Fachleuten darüber, wie und in welcher Reihenfolge die Vorschläge aus den Energie-Ausweisen sinnvoll umgesetzt und die soeben anstehenden Projekte damit verbunden werden sollen.

 

Das Energie-Konzept sollte beinhalten:

-          eine Ist-Analyse bestehend aus einer Energiebilanz und einem Rückblick auf bereits umgesetzte und laufende kommunale Maßnahmen,

-          eine Potenzialanalyse mit Bewertung von langfristig wirtschaftlichen Energie- und Treibhausgas-Minderungsmöglichkeiten sowie eine Szenarioberechnung,

-          daraus abgeleitet: Energieeffizienz- und Klimaschutzziele,

-          einen Katalog über kurz-, mittel- und langfristig umsetzbare Maßnahmen inklusive einer Prioritätensetzung mit Kostenangaben.

 

In erster Linie denken wir dabei an unseren neuen Partner Fair-Energie. Aber auch die KEA (kommunale Energie-Agentur) Karlsruhe oder die Firma Eboek in Tübingen erscheinen geeignet.

 

Das Beste aber kommt zum Schluss:

 

Es gibt Fördermittel für das Konzept selbst, die Förderanträge müssen nach der „Richtlinie zur Förderung von Klimaschutzprojekten in sozialen, kulturellen und öffentlichen Einrichtungen im Rahmen der Klimaschutzinitiative vom 23. 11. 2011 des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit bis 31. März jeden Jahres gestellt sein.

 

Zuschüsse des Landes für Sanierungen u. Ä. werden künftig nur gewährt bzw. erhöht, falls ein Energie- und Klimaschutzkonzept vorliegt. Förder-Anträge für das Konzept selbst sind bei der Projektträger Jülich (PtJ) in Berlin einzureichen; die bereits die Förderung für die Modernisierung der Straßenlampen abgerechnet hat.

 

Die Ersparnis kann man beispielhaft hochrechnen. Wenn die Förderung mit Energie-Konzept i. d. R. von 25 % auf 35 % steigt, dann kommen bei Kosten von 100.000 € (wie wir sie z.B. bei der Erneuerung eines Drittels der Fenster in der Schloss-Schule schon hatten), statt 25.000 € dann 35.000 € Zuschuss heraus, d.h. bei den Förder-Summen, die wir für die Sanierung von Buck’scher Scheune und Bahnhofstraße 8 erhoffen, kommt der Einsatz schnell wieder herein.

 

Ein Konzept, das zugegeben ein „Mordsgeschäft, aber kein finanzielles Risiko“ ist, wie es der Kämmerer von Kirchentellinsfurt ausgedrückt hat.

 

Wir finden, die Gemeinde Gomaringen kann hier mit gutem Beispiel vorangehen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Für die Grüne Liste Gemeinderatsfraktion

Petra Rupp-Wiese

Wünsche? Anregungen? Vorschläge? Kritik? All das senden Sie bitte per email an